Weine

Alle unsere Weine der Jahrgänge 2014 und 2015 kommen aus dem Großheubacher Bischofsberg am fränkischen Rotweinwanderweg. Dort wird wegen der günstigen klimatischen Bedingungen schon seit Jahrhunderten Weinbau betrieben. Die erste urkundliche Erwähnung ist auf das 13. Jahrhundert zurück zu führen. Die terrassierten Buntsandsteinböden prägen die Weine. Sie sind mineralisch, kräuterig im Geschmack und besitzen ein langes Lagerpotential. 

Die Ausrichtung der Lagen ist Süd-Süd-Ost und Süd-Süd-West auf 200 bis auf 260 Meter über N.N.. Die östliche Seite ist etwas kühler und von Seitenwinden aus dem Spessart beeinflusst. Dort befindet sich der überwiegende Teil unserer Weissweinlagen. Es ist hier etwas kühler, somit ist eine lange Zeitspanne zwischen der Rebblüte und dem Erntezeitpunkt möglich und von Vorteil für mineralisch kräutrige Rieslinge und Sylvaner mit moderatem Alkoholgehalt.

Die westliche Seite wird etwas später von der Sonne beschienen, dafür aber bis zum Sonnenuntergang, so dass die Natur etwa zwei Wochen weiter in der Entwicklung ist. Dies bietet ideale Bedingungen für unsere Rotweinlagen. 

 

Das Jahr 2014: Von April bis Juni regnete es 130 Liter pro Quadratmeter, von Juli bis September 305 Liter pro Quadratmeter. Das bedeutete viel Arbeit im Weinberg, intensive Laubarbeit in der Traubenzone, um die Durchlüftung der Beeren zu erreichen und der drohenden Fäulnis vorzubeugen. Zudem haben wir in den Zeilen die Begrünung stehen gelassen, was aussah wie Kraut und Rüben (oder halt wie Biowinzer), so dass das Wasser von den Kleearten, Ringelblumen, Wildkräutern und Walderdbeeren aufgenommen wurde und nicht von den Trauben. So ein Jahr kannten wir noch nicht. Die Arbeit war enorm, der Ertrag gering, doch es hat sich gelohnt: Die Weine präsentieren sich in einer in sich ruhenden Balance, ausgeglichen zwischen Säure, Mineralität und Alkohol. 

 

Das Jahr 2015: Auf einen milden Winter folgte ein kühles aber sonnenreiches trockenes Frühjahr. Im April und Mai ist fast kein Niederschlag gefallen (80% weniger als der durchschnittliche Wert der letzten 30 Jahre). Nur der Juni brachte der Natur etwas Erholung, lag aber auch mit 30% weniger Regen unter dem langjährigen Durchschnitt. Es folgte ein sehr heißer und wieder trockener Juli. Die Reben sind entsprechend "verzögert" und von Parzelle zu Parzelle unterschiedlich schnell gewachsen. Alte tiefwurzelnde Rebanlagen konnten trotz Trockenheit tiefliegende Wasserreserven nutzen, jüngere Rebstöcke mussten durch einen Rückschnitt entlastet werden. Die Beikräuter mit ihren flachen Wurzeln sind schnell vertrocknet. Eine Abkühlung folgte ab Mitte August und September, so dass wir recht entspannt der Lese entgegen blickten. Das Jahr war perfekt für eine gesunde Traubenstruktur mit stabiler Säure und schöner Ausreife des Zuckergehaltes. Das Jahr 2015 haben wir in sehr guter Erinnerung!

  • Sylvaner: Die Reben sind 30 bis 50 Jahre alt, das genaue Alter lässt sich bei den dicken Rebstöcken teilweise nicht genau bestimmen. Der Wein wird nach einer Maischestandzeit im Tonneau, einem 500 Liter Eichenfass, ausgebaut und liegt mindestens 10 bis 14 Monate auf der Hefe. 49° 44' 1.496" N     9° 12' 47.646" E 
  • Riesling: Die Rieslingreben sind ca. 35 Jahre alt. Die etwas kühlere Weinbergslage in der "Klinge" erlaubt uns eine späte Lese. In dieser Parzelle haben wir viel Zeit in die Bodenpflege investiert und verschiedene Kleearten, wilde Möhren und alte Grassorten eingesät. Auch die Rieslinge durchlaufen nach dem Abbeeren eine Maischestandzeit und liegen nach der Gärung lange auf der Hefe, zum Teil im Stahltank und zum Teil im Tonneau. 49° 44' 2.731" N     9° 12' 46.44" E 
  • Spätburgunder: Diese Reben haben wir nach der Übernahme einer Radikalkur unterzogen: Auf einen starken Rückschnitt der Reberziehung folgte eine Kultivierung des Bodens mit der Hacke und der Einsaat von verschiedenen Kleearten. Die Reben haben sich dadurch sehr schnell erholt. Nach traditioneller Maischegärung und 18 Monate Ruhe im kleinen Eichenfass oder Tonneau wird der Spätburgunder gefüllt. 49° 44' 7.674" N     9° 11' 46.921" E 
  • Portugieser: Die alte Portugieseranlage aus dem Pflanzjahr 1976 haben wir seit 2015 in unserer Bewirtschaftung. Es ist eine 10 ar kleine Einzellage umgeben vom Wald am unterem Hang des Bischofsberges. Die Trauben sind sehr klein und lockerbeerig, was für die Rebsorte sehr ungewöhnlich ist. Ein kleiner Ertrag von ca. 25 hl/ha ergibt einen konzentrierten dichten Wein mit moderatem Alkoholgehalt. Ausgebaut im kleinen Eichenfass wird der Wein 18 Monate nach der Lese auf die Flaschen gezogen. 49° 44' 8.164" N     9° 11' 42.457" E 
  • Cuvée: Aus den Rotweinsorten Spätburgunder, Portugieser, Regent und Domina bauen wir einen Rotwein im Tonneau aus, der ebenfalls 18 Monate im Fass liegt. Die Rebsorten werden getrennt nach ihrem optimalen Reifezeitpunkt gelesen und auf der Maische vergoren. Erst nach dem Abpressen der Maische kommen die Weine als Cuvée in das Holzfass. Tiefdunkel in der Farbe, mit reifem Tanningerüst und viel Trinkfluss: einzigartig in der Zusammenstellung der Rebsorten. 49° 47' 22.11" N     9° 10' 39.626" E 
  • Rosé: Aus einer alten Spätburgunder- & Portugieserparzelle haben wir einen Rosé gekeltert: Nach einer Maischestandzeit und spontaner Vergärung im gebrauchten Holzfass haben wir den Wein 12 Monate auf der Vollhefe ruhen lassen und ungeschönt (wie alle Weine) abgefüllt: knochentrocken, voller Körper mit Trinkfluss, mal ein anderer Rosé mit Herkunftscharakter. 49° 44' 11.371" N     9° 11' 39.908" E